Welt Malaria-Tag 2014 in Bujumbura-Burundi

Pharma Mafia auch in Burundi ? Boykot ? Am Welt Malaria Tag 25.04.2014

Um diesen Prozess überhaupt zu ermöglichen, bedienen sich die machtvollen Akteure an den bekannten Argumentationsstrukturen und unterbinden jegliches Potential, dass mit der Heilpflanze verbunden ist: beispielsweise den Gebrauch als herbale Tee- Infusion! Parallel zu den essentiellen Kriterien soll nur eine wirksame Tablettenform für eine herbale Anwendung allein die Beschaffenheit, Konzentration und Wirksamkeit des Bestandteils Artemisinin als entscheidendes Kriterium gelten.

Eine dem Tee aufgeschlossene Argumentationslinie zeigt jedoch auf, dass ohnehin nur ein kleiner Teil der Antimalaria-Wirkung dem Artemisinin zugeordnet werden kann, da ein Großteil der Effekte anderen Inhaltsstoffen, den Artemisinin-freien Extrakten entstammt.

So tritt auch die Afrika taugliche Artemisia Afra von Süd bis Ost Afrika immer mehr in den Vordergrund. Darüber hinaus ist der Vorläufer des Artemisinins, die Artemisinin-Säure, welche zusammen mit anderen reichhaltigen Pflanzen- Bestandteilen in der synthetisierten Form weitgehend entfernt wird, in der Pflanze selbst bis zu achtmal höher konzentriert und kann im Tee wirkungsvoll zum Einsatz kommen. Bei einem genauen Blick auf die gesamte Medizinalpflanze Artemisia annua wird deutlich, dass der grundsätzliche Vorbehalt, die Tee-Therapie als (unwirksame) Monotherapie zu klassifizieren, paradoxe Züge aufweist. Mit einer Gesamtzahl von bis zu 150 aktiven Bestandteilen bestehend aus volatilen Ölen, Sesquiterpenen und Flavonoiden weist der Tee neben vielen anderen den Effekt auf, immunmodulierend, antiinfektiös, Insekten abweisend, Schädlings bekämpfend und Antimalariawirksam zu sein.

Diese Fakten implizieren zum einen den entscheidenden Vorteil, dass sich Malaria Erreger gegen ein Wirkstoffgemisch anstatt einer Reinsubstanz zur Wehr setzen müssen, und die zahlreichen Sekundärstoffe im Vergleich zu synthetisierten und extrahierten Auszügen der Artemisia- Pflanze eine Resistenzbildung eher verhindern. Durch die Gesamtheit der Inhaltsstoffe weist eine herbale Medikation bereits Elemente einer Kombinationstherapie auf und kann demnach nicht als Monotherapie deklariert werden. Zum anderen kann durch das Zusammenwirken dieser Kombinations- Gruppen eine umfassende Heilung ermöglicht werden:

Die Artemisia Heilpflanze weist ein ganzes Gebäude an Wirkstoffen auf, bei denen die einzelnen Komponenten ineinandergreifen und den heilenden Effekt erst in ihrer Gesamtheit hervorbringen, die einen gewünschten therapeutischen Effekt auslösen und in der Gesamtheit einer Pflanze effektiver wirken, als es extrahierten Substanzen möglich ist. Im konkreten Kontext von Artemisia sind es u.a. die synergetischen Effekte der Flavonoide, die eine Aktivierung von den gesamten Artemisia Heilpflanzen Wirkstoffen unterstützen und somit in Form eines Tees einen antimalaria wirksamen Blutspiegel erreichen.

Durch die ungenügende Versorgungslage von Medikamenten im öffentlichen Gesundheitssektor vieler Länder wird die Vermarktung von unwirksamen bzw. gefälschten Produkten ermutigt. Die Mehrheit der Bevölkerung (ca. 80%) in den so genannten Entwicklungsländern hat keinen ausreichenden Zugang zu effektiven Medikamenten, und was unter den gegebenen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen übrigbleibt, sind häufig Surrogate, die dem gesetzten Anspruch keineswegs genügen. Genau an diese Tatsache knöpfen die Natürlichen Heilpflanzen Organisationen an und setzt sich zum Ziel, eine Nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe in Afrika zu fördern um diese Wichtigkeit im Gegensatz zur Kurativmedizin mit importierten Medikamenten an Bedeutung gewinnt bzw. dass durch die intensive Heilpflanzenforschung "natürliche" Wirkstoffe lokal eingesetzt werden können.

Von diesem Potentialkonnte ich mich selbst im Rahmen von intensiven Projektarbeiten in Burundi überzeugen. Damit möchte ich auch die Stimme für unzählige Menschen erheben, die soziale Akteure bleiben und ihren eigenen Lebenssituationen und damit auch den Umgang mit Krankheit und Leid bis zu einem gewissen Grad selbst bestimmen können. In diese Selbstbestimmung fällt auch hinein, dass die Menschen dem Universalan- Spruch der Biomedizin durch selbstbewusste Behauptung der eigenen heilkundlichen Praktiken und ganz konkret der Anwendung von alternativen Artemisia Produkten begegnen können.

Für die lokale Bevölkerung sind die Erkenntnisse über eine unabhängige, und vor allem unentgeltliche Artemisia Wirkungsquelle von großem Vorteil. In Regionen, die stark von Malaria betroffen sind, kann mit der kontrollierten Bereitstellung des Artemisia Tees, der Heilpflanze eigenwillig und unabhängig genutzt und überhaupt erst voll ausgeschöpft werden! Es ist zu wünschen, wenn sich dieses Potential zunehmend den Eingang in die Gesundheitsversorgung von Burundi weiter ausschöpfen ließe. Zum Beispiel um von Radio, Fernsehen und Gesundheitspolitischen Seminaren über Wissen zum Anbau, der Ernte und den potentiellen Einsatz der Pflanze zur Sebstmedikation zu erfahren.

Grundrecht zur Veröffentlichung!

Gesundheit und Gesunderhaltung ist das Grundrecht eines jeden Menschen, von dem er in seiner eigenen Initiative nicht behindert werden darf.

Die Hilfe zur Selbsthilfe in alternative Anwendungen von Heilkräutern im Gesundheitswesen sollte neben der Schulmedizin auch öffentlicher Förderung berechtigt sein, zur freien Anwendung und Entscheidung eines jeden mündigen Bürgers.

Dies sollte auch für die von uns geförderten Entwicklungsländer zutreffen.

Langjährige Senior Expertin a.d.von Burundi Hannelore Klabes.