Schlummernde Trume
Schlummernde Trume wurden geweckt

Als sich 1973 ihr Patenkind Matteo meldete, war die Freude gro. Matteo war mittlerweile Pfarrer geworden, hatte als Gemeinde-, Militr- und Schulpfarrer in seiner Heimat Burundi gearbeitet und war von seinem Bischof nach Rom ins Goethe-Institut geschickt worden, um Deutsch zu lernen. Als er anschlieend zum Studieren nach Mnster kam, war es selbstverstndlich, dass er quasi als fnftes Kind in die Familie aufgenommen wurde.

 1980 kehrte Matteo nach Burundi zurck, wo er eine Gemeinde bernahm und lud Hannelore Klabes ein, ihn in seiner Heimat zu besuchen. Sie folgte seiner Einladung und lernte in Burundi nicht nur Matteos groe Familie kennen, sondern auch den Missionspater Zachus Knoll, der damals mit dem Aufbau von Behindertenwerksttten begonnen hatte. Diese Werksttten nahmen sich der jungen Menschen an, die aufgrund ihrer Behinderung von ihren Familien vllig vernachlssigt wurden. Auch die vielen kriegsversehrten, zum Teil grausam verstmmelte Waisenkinder, Opfer der immer wieder aufflammenden Stammesfehden zwischen den Hutus und den Tutsis, fanden hier Aufnahme.

Zachus Knoll erkannte sofort, dass die Besucherin aus Deutschland mit ihren Fachkenntnissen im Nhen, Spinnen,  Weben und Hauswirtschaft eine unschtzbare Hilfe fr sein Behindertenzentrum wre, und sprach sie an.

Als VHS-Kursleiterin hatte sie jedoch noch einige Jahre Berufsleben vor sich und konnte seiner Bitte nicht gleich nachkommen. Doch zu diesem Zeitpunkt ahnte Hannelore Klabes bereits, dass Burundi ein Teil ihres Lebens werden wrde. Die Not und das Elend hatten sie ebenso tief berhrt wie die herzliche Gastfreundschaft der Menschen, obwohl sie selbst kaum das Ntigste hatten.
Als Hannelore Klabes 1986 aus gesundheitlichen Grnden dann doch frher als geplant aus dem Berufsleben ausschied, lste sie ihr Versprechen ein und flog fr ein Jahr nach Burundi, dorthin, wo die Not am grsten war.

Kurz zuvor hatte sie erfahren, dass Pater Zachus Knoll whrend eines Hilfseinsatzes einem Herzinfarkt erlegen war. Doch trotz eines Anflugs von Beklommenheit stornierte sie die Reise nicht.